`Dia de los Muertos` Totensonntagsgottesdienst 2018

Beim diesjährigen Gottesdienst am Totensonntag in der REFO Moabit habe ich die Stationen für die offene Phase gestaltet. Die offene Phase gibt den Gottesdienstbesucher*innen Raum und Anregungen den eigenen Resonanzen zum Thema in verschiedenster Weise Ausdruck und Gestalt zu geben.

Station 1: Klagen & Fürbitten

Gedenke
all der Menschen, die täglich verunglücken,
Gedenke
all der Menschen, die sterbenskrank sind,
Gedenke
all der Kinder, die in den Schoß Gottes zurückkehren,
ehe sie das Licht der Welt erblickt haben.
Gedenke
all der Menschen, die freiwillig aus dem Leben gegangen sind
Gedenke
all der Menschen, die täglich als Opfer von Hunger, Flucht und Gewalt umkommen
Gedenke
all der Menschen, die wir in unseren eigenen Leben schmerzlich vermissen.

Binde betend in einen Faden Knoten hinein.
Für jeden Menschen einen.
Binde Gott Knoten in sein Ohr.
Lege ihm die Schnur voller Knoten vor die Füße.
Binde die Schnur ans Kreuz.
Erinnere an Menschen und Ereignisse.

(nach einer Idee von Sebastian Finn Wolfrum)

 

Station 2: Deine Löffelliste

Da stehen die Dinge drauf,
die du gerne in deinem Leben tun und erleben möchtest.
Bevor du den Löffel abgibst.
Bevor du stirbst.
Um all diese Dinge zu tun,
musst Du jetzt wirklich nicht bis zur letzten Sekunde warten.
Angesichts der eigenen Endlichkeit
– fang einfach schon mal damit an.
Carpe diem – Nutze den Tag.

Schreibe für dich eine Löffelliste mit Stift
oder auf der Schreibmaschine.
Nimm sie mit.

Hänge sie Dir an Deinen Badezimmerspiegel.
Lebe fröhlich durch Deine Löffelliste,
teile sie mit anderen Menschen
und füge immer wieder neue Ideen und Wünsche hinzu.

 

Station 3: Dank & Erinnerung — Gedenk-Altar

In Mexico wird Anfang November zu Allerseelen der – Dia de los Muertos– der Tag der Toten gefeiert. Es ist ein buntes fröhliches Fest des Gedenkens – welches durchdrungen ist von der hoffnungsvollen Ahnung des Wiedersehens mit den geliebten Verstorbenen. In der mexikanischen Tradition werden zu diesem Anlass – Ofrendas – bunte Altäre mit Porträts von Verstorbenen aufgestellt. Sie sind geschmückt mit gelben Ringelblumen und bestückt mit allem, was die Toten im Jenseits vermissen könnten oder was sie besonders gern hatten oder was man mit ihnen verbindet.

Ihr seid eingeladen die mitgebrachten Dinge (Fotos, Lieblingsspeisen, Erinnerungsstücke, …) aufzustellen und gemeinsam einen Gedenk-Altar zu gestalten. Dazu dürft ihr auch die bereitgestellten Kerzen, Blumen und Steine verwenden.

 

Station 4: Hoffnung & Himmel

Und dann sind sie plötzlich da
glimmende Erinnerungen
das, was bleibt
euer Erbe, euer Schatz
Zuspruch, Weisheiten, alte Worte, Hoffnungsworte
Segenskondensat gelebter Leben,
vom Himmel gefallene Verheißungen,
leuchtende Bruchstücke der Ewigkeit

Nehmt euch ein Stück Himmel. Werdet still.
Erinnert euch an all das Gute, an alles Lachen, an weise Wort und Taten, an glückliche Momente, an alte Worte, an Worte aus der Bibel, an Hoffnungsworte, an Verheißungsworte.
Schreibt es auf ein Stück Himmel,
hängt es auf, nehmt es mit, verschenkt es.
als Trost
als Segen
für dich
für uns alle

(Der Dank für die Himmelsfotos geht an Sebastian Schmid)

 

Station 5: Geschichten

Geschichten über das Sterben und den Tod.
Geschichten, die uns an das Traurige erinnern. Und an das Schöne.
Geschichten können trösten.
Geschichten können und uns zum Schmunzeln und zum Hoffen bringen.
Geschichten können uns miteinander ins Gespräch bringen.

Schaut Euch ein Buch an.
Lest Euch gegenseitige vor.
Kommt miteinander ins Gespräch.

 

Station 6: Dem Tod Farbe ins Gesicht malen

In Mexico wird Anfang November zu Allerseelen der – Dia de los Muertos– der Tag der Toten gefeiert. Es ist ein buntes fröhliches Fest des Gedenkens – welches durchdrungen ist von der hoffnungsvollen Ahnung des Wiedersehens mit den geliebten Verstorbenen.

Der Tod verliert seinen Schrecken, indem ihm Blumen, Herzen, Kringel ins Gesicht gemalt werden.

Ihr könnt Euch gegenseitig Blumen, Herzen und bunte Kringel ins Gesicht malen.
Ihr könnt bunte Totenköpfe gestalten.

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